Teufelstein - Granitklotz im dunklen Fichtenwald

Vor langer Zeit wollten die Arbinger eine Straße zum Pichlerhof bauen. Bisher war nur ein schmaler Weg entlang des Baches, den man nur zu Fuß benützen konnte. Es war nicht möglich mit einem Fuhrwerk zu fahren, und die Bauern mussten über Groißing oder Roisenberg, wenn sie nach Arbing wollten. Der Bürgermeister und die Gemeinderäte beschlossen eine richtige Straße zu bauen. Ein Baumeister wurde beauftragt, er solle sofort mit dem Bau der Straße beginnen.

Aber jedes Mal kurz vor dem Fertigwerden kam ein heftiges Unwetter, und der reißende Bach riss die Straße wieder weg. Nach dem dritten Versuch waren schon alle verzweifelt. Der Bürgermeister meinte: "Dann soll doch der Teufel die Straße bauen, denn das geht nicht mit rechten Dingen zu.“

Kaum hatte er die Worte ausgesprochen, wurde es sehr düster. Plötzlich schlug ein Blitz vor ihnen ein und es stank bestialisch nach Schwefel. Vor ihnen tauchte eine riesige Gestalt mit glühenden roten Augen, langen Hörnern und einem Ziegenfuß auf. Natürlich sind alle fürchterlich erschrocken und die Ängstlichen sind still und leise verschwunden, nur die Mutigen sind geblieben.

Dem Bürgermeister war auch nicht wohl in seiner Haut. Er fragte den Teufel, was er hier wolle und wer ihn wohl gerufen habe. Dieser antwortete: „Du selber hast mich gerufen, als du sagtest: ‘Da soll doch der Teufel eine Straße bauen.’ Einen Teufel, den man gerufen hat, bringt man nicht mehr so leicht weg. Das könnt ihr euch merken!“

Der Teufel schlug ihnen einen Pakt vor: die Straße wird ab sofort halten. Aber die erste Seele, die die neue Straße entlang kommt, soll ihm gehören. Was blieb ihnen nun anderes übrig? Sie schlugen ein, und in drei Tagen war die Straße fertig und kein Hochwasser könnte sie mehr weg reißen.

Am Ende der Straße saß nun der Teufel und wartete auf die erste Seele, die entlang der Straße kam. Die Leute waren nun verzweifelt. Wer sollte als erster über die Straße gehen?

Da kam ihnen eine Idee: Der Nazibauer hatte einen sehr angriffslustigen Ziegenbock. Sobald er jemanden sah, stürmte er auf ihn los und stieß ihn in den Straßengraben. Sie fingen den Ziegenbock und stellten ihn an das andere Ende der Straße. Kaum sah der Bock den Teufel, stürmte er los und wollte ihn in den Bach stoßen.

Somit war die Ziege die erste Seele, die über die neue Straße lief. Der Teufel war außer sich vor Wut, denn er wollte natürlich einen Menschen. Er zerriss den Ziegenbock in tausend Teile und rannte nach Tobra. Dort riss er einen riesigen Stein aus einem Felsen, mit dem er die Straße zerschmettern wollte. (Ihr könnt heute noch das Loch sehen. Wenn ihr bei der Frühmühle vorbei geht, ist nach 200 m rechts im Wald ein riesiges Loch im Felsen.)

Vor lauter Wut zielte er aber so schlecht, dass der Stein neben der Straße einschlug. Als der Teufel sah, dass er daneben gezielt hatte, ließ er den Stein stehen und versank unter lautem Wutgeheul im Boden.

Seit jener Zeit haben wir eine sichere Straße, die kein Unwetter mehr wegreißen kann. Der Teufel zeigte sich nie mehr wieder bei den schlauen Arbingern, die ihn so hinters Licht geführt hatten.Teufelstein